Das Weibliche in Gott – Gedanken um den 15. August

Die Schöpfungserzählung in Genesis 1,27 hält grundlegend fest: Gott vereint männlich und weiblich in sich. Genauso wie die Menschen, die nach seinem/ihrem Bild geschaffen sind.

Unsere Sprache nötigt uns, grammatikalisch zu entscheiden, ob wir von Gott als «er/sie/es» sprechen. Theologisch ist klar, dass keines der Pronomen allein dem Göttlichen als allumfassend und allverbindend wirklich gerecht wird.

In der christlichen Theologie reden wir darum von einem vielfältig-einen (trinitarischen) Gott. Problematisch ist nur, dass diese Vielfalt nun auch wieder mit einem Männer Trio oder mindestens Duo mit Ergänzung beschrieben wird: Vater, Sohn und Geist.

Bei der Geistkraft allerdings kann sich das  Gottesbild schon etwas erweitern, wenn wir auf seine Wurzeln zurückgehen. Ruach (Atem) oder Schekhina (Nähe Gottes) sind in der hebräischen Bibel beide grammatikalisch schon mal weiblich.

Im Rückgriff auf die anfangs erwähnte Genesis-Stelle wird auch der Schöpfer-Gott nur adäquat als Vater und Mutter beschrieben werden können.

Christus als Sohn und «Erlöser», eröffnet uns ein neues Menschsein in der «Gotteskindschaft». Er ist in Jesus in einer patriarchal geprägten Kultur aufgetreten und wäre darin als Frau wohl kaum gehört worden. Sein Modellcharakter für das Menschsein lässt sich aber nicht auf Männer zu beschränken.

Das Dogma der «Aufnahme Mariens in den Himmel» (den göttlichen Bereich) lässt sich auch als Bestärkung der biblischen Aussage von der Weiblichkeit Gottes verstehen.

Pfarreiblatt Zug Kolumne 33-34/15

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