Archiv der Kategorie: Pfarreiblatt-Kolumnen

«Dialog»

Es gibt Bücher, die muss ich immer wieder lesen. Ich bin im Moment grad dran an einem, das zu einem solchen «Wiederholungsbuch» werden könnte. David Bohm entwickelt im Buch »Der Dialog» die faszinierende Vision von gelingender Kommunikation. Er spricht vom Dialog als sinnvollerer Alternative zur Diskussion. In der Diskussion geht es um das zerschlagen und zerteilen (lat. dis-cutere). Es geht um Gewinnen und Verlieren. Was dazu führt, das oftmals die andere Meinung abgewertet wird. Zur Diskussion gehört meist auch, dass dem Gegenüber schlechte Motive unterstellt werden, während jede/r sich selbst als wahr und wahrhaftig anschaut! Diese Art der Kommunikation führt nur zu Siegern auf Zeit, zu Verliererinnen bis zum nächsten Kampf und wenn überhaupt zu wenig Fortschritt in der Sache. Jede «Arena»-Sendung legt von diesem negativen Mechanismus ein ernüchterndes Zeugnis ab.In einem Dialog geht es um eine Vision von gemeinsamem, kollektivem Denken. Dabei ist eine Grundvoraussetzung, dass die Teilnehmenden bereit sind, ihre Grundannahmen in Frage stellen zu lassen. Sie genau gleich wie die Aussagen von anderen erst einmal «in der Schwebe zu halten» und so im gemeinsamen Denken gemeinsamen Sinn entstehen zu lassen.

Es geht nicht um Über-redung und nicht um Über-zeugung, die beide in ihrem Wortsinn schon ein Oben-unten- oder ein Sieger-Verlierer-Verhältnis nahe legen. Dem Dialog geht es um Teilhabe und Teilgabe an meiner und deiner Meinung und um ein gemeinsames Bewusstsein von Verbundenheit als Voraussetzung dafür, dass wirkliche Kommunikation möglich wird.

Wäre das nicht eine neue Haltung für ein neues Jahr?!

Lit: David Bohm: Der Dialog. Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen, Stuttgart 2005/4

Pfarreiblatt Zug Kolumne 09-1/2

Sünde

Halt, bitte lesen Sie weiter!

Lassen Sie sich von dem abgegriffenen, alten Wort «Sünde» nicht abschrecken!

Es gab im Katholizismus eine Zeit (und die ist noch gar nicht allzu lange her), da konnte sich einem/r das Gefühl aufdrängen, dass fast alles Sünde ist. Oder mindestens alles, was Spass macht.

Heute sündigt mann und frau dann aber eigentlich nur noch beim Essen. Was meint, dass etwas zu viel oder etwas Ungesundes verspiesen worden ist.

Beide Deutungen des Wortes können nicht recht befriedigen. Und die Gefahr besteht, dass wir das Wort «Sünde» nicht mehr ernstnehmen und nicht mehr gebrauchen. Das führt dazu, dass wir gewisse ungute Situationen oder Tatbestände nicht mehr als solche benennen (können).

Das missbrauchte und missverstandene Wort «Sünde» meint letztlich nichts anderes als «Trennung» oder «Absonderung»:

Wo ich von mir selber und meinen wirklichen Bedürfnissen getrennt bin. Wo ich abgetrennt bin von jeglichen sozialen Zusammenhängen und Verantwortlichkeiten. Wo das Bewusstsein der Zugehörigkeit zur Menschheit und zur ganzen Schöpfung fehlt.

Überall dort passiert Absonderung und Trennung, welche die Ganzheit verletzt und zerstört, überall dort passiert Sünde.

Sünde bedeutet letztlich auch Trennung von Gott als der die Schöpfung umfassenden und belebenden Kraft.

Gott, so sagt es die Amerikanische Theologin Carter Heyward, ist aber «die Macht in Beziehung». Diese Beziehungskraft ist die «Heilige Quelle unseres Zusammenlebens» und der «Urgrund unseres Seins». Und überall wo wir der Trennung und Absonderung – der «Sünde» – Beziehung stiftend, liebend, entgegenwirken, wird Gott mitten unter uns erfahrbar!

Lit: Jesus neu entwerfen. Die Macht der Liebe und Gerechtigkeit; Carter Heyward; Exodus 2006.

Pfarreiblatt Zug Kolumne 08-46

Wie dich selbst…

«Liebe deine/n Nächste/n wie dich selbst.»Irgendwann einmal habe ich bei mir selber festgestellt, dass ich dieses «wie dich selbst» nicht einfach voraussetzen kann.

Ich neige nämlich dazu, gewisse meiner Eigenschaften und damit mich selbst abzuwerten.

Meine Gnadenlosigkeit mit anderen basiert auf Gnadenlosigkeit mit mir selbst. Ich kann mein Gegenüber nur so ok behandeln und sehen, wie ich mich selber ok sehe und behandle.

Meine Wirkung gegen aussen hängt ab von meiner Klarheit nach innen. Ich komme um eine Auseinandersetzung mit mir selber, mit meinen Schwächen und Begrenztheiten nicht herum.

Erst, wenn mir meine eigenen Grenzen und Begrenztheiten nicht mehr zur Bedrohung werden, kann ich auch mit den Grenzen meines Gegenübers besser umgehen.

Denn ich kann mit den herausfordernden Eigenschaften meines Gegenübers nur so gut umgehen, wie ich mit meinen umgehen kann.

Darum heisst es wohl im Evangelium auch: Das «Reich Gottes beginnt in euch drin». Die Veränderung auf eine «neue Welt» hin kann nur bei mir und in mir beginnen.

Und dort, in mir, im Innersten kann ich dem auf die Spur kommen, das mich letztlich mit allen anderen Geschöpfen verbindet. Wir nennen es GOTT.

Tief in mir kann ich entdecken, dass ich zwar eine Aufgabe habe mit mir selber. Ich kann aber auch entdecken, dass ich mich letztlich nicht mir selber verdanke, mir auch nicht selber genüge, sondern eingebunden bin in ein grösseres Ganzes.

Aus dieser alles verbindenden Mitte heraus kann ich neu und anders auf Menschen zu gehen.

Darum, wenn Sie jetzt etwas Ferien haben (und erst recht, wenn nicht):
Nehmen Sie sich etwas Zeit für sich!

Pfarreiblatt Zug Kolumne 08-30/31

Der hölzerne Gott

Glauben sie noch an denselben Gott, an den Sie als Kindergarten-Kind geglaubt haben?

Haben Sie noch dasselbe Weltbild, das Sie als Kindergarten-Kind gehabt haben?

Bilder der Welt und Bilder von Gott entwickeln sich – hoffentlich!

Bilder der Welt und Bilder von Gott sind geprägt von meinen Erfahrungen in meiner Welt und von den Erkenntnissen meiner Zeit.

Ein Mensch aus der Zeit der Antike oder des Mittelalters stellt sich Gottes Macht so vor, wie er die Macht der Könige und Kaiser in seinem Leben erlebt. In seinem Gottesbild wird Gott zum König der Könige, dem es sich zu unterwerfen gilt.

Der aufgeklärte, demokratisch orientierte Mensch der Neuzeit wird mit diesem Gottesbild früher oder später seine Probleme bekommen…

«Wenn dir der Gedanke kommt, dass alles, was du über Gott gedacht hast, verkehrt ist und dass es keinen Gott gibt, so gerate darüber nicht in Bestürzung. Es geht allen so.

Glaube aber nicht, dass dein Unglaube daher rührt, dass es keinen Gott gibt.

Wenn du nicht mehr an Gott glaubst, an den du früher glaubtest, so rührt das daher, dass in deinem Glauben etwas verkehrt war. Und du musst dich bemühen, besser zu begreifen, was du Gott nennst.

Wenn einer an seinen hölzernen Gott zu glauben aufhört, so heisst das nicht, dass es keinen Gott gibt, sondern nur, dass er nicht aus Holz ist.» (Leo Tolstoj)

Unsere Herausforderung heute besteht darin, uns Gottes Macht neu vorzustellen als Macht, die wirkt und sich offenbart im Miteinander. Wo wir uns als freie Menschen mit Verantwortung, d. h. im Bewusstsein unserer Eingebundenheit in die Schöpfung und in die Menschheit verwirklichen, wird Gott offenbar.

Wagen wir es, unsere hölzernen Götter zurückzulassen?

Weiterlesen bei: Carter Heyward: Jesus neu entwerfen. Die Macht der Liebe und Gerechtigkeit; Exodus 2006

Pfarreiblatt Zug Kolumne 08-26

Das Zauberwort: Wamiwigewo

Ich bilde mich momentan aus zum Supervisor, Organisationsentwickler und Coach. Oder etwas einfacher und ohne Fremdworte gesagt, ich bilde mich aus zum professionellen Berater für Einzelne, Gruppen und Organisationen.

Zum Konzept meiner Ausbildung gehört die Dokumentation, d. h. eine regelmässige und schriftliche Selbstreflexion mit Hilfe der Frage: «Was ist mir wichtig geworden?» Daraus leitet sich das Zauberwort: «Wamiwigewo» ab.

Vielleicht schreiben Sie ja schon Tagebuch. Dann versuchen Sie einmal ihre Einträge unter diesem Titel zu formulieren: Was ist mir heute, in dieser Woche, in letzter Zeit wichtig geworden?

Mich regt die schriftliche Beantwortung dieser Frage unheimlich an. Durch die Schriftlichkeit bin ich gezwungen, meine Erfahrungen und Erlebnisse auf den Punkt zu bringen. Und durch die Frage nach der Wichtigkeit für mich schaffe ich einen intensiven Bezug der Ereignisse und Erfahrungen zu mir.

Nach Kurstagen in der Gruppe schreibt jede/r Teilnehmende sein/ihr «Wamiwigewo» und alle erhalten eine Zusammenstellung der einzelnen Beiträge. Diese Gruppendokumentation ist jeweils ein eindrückliches Zeugnis für die Vielfalt der Gruppe und für die Individualität der Wahrnehmung jedes/r Einzelnen.

Wagen Sie es und lassen Sie sich vom Zauberwort «Wamiwigewo» bereichern. Schreiben Sie einmal die Woche nur für sich ihr «Wamiwigewo» auf. Ohne sich mit einem literarischen Anspruch selber unter Druck zu setzen…

Gehen Sie noch einen Schritt weiter und tauschen sie sich mit einem/r guten Freund/in über ihre «Wamiwigewo» aus. So merken Sie noch besser, was Ihnen wirklich wichtig ist! Ich wünsche Ihnen dabei viele spannende und bereichernde Entdeckungen!

Pfarreiblatt Zug Kolumne 08-19

Firmung als Be-Stärkung im Erwachsen-Werden

Kennen Sie die Maslowsche Bedürfnispyramide? Der US-amerikanischen Psychologe Abraham Maslow hat dieses Modell 1958 entwickelt. Die menschlichen Bedürfnisse bilden die «Stufen» der Pyramide und bauen aufeinander auf. Der Mensch versucht zuerst die Bedürfnisse der niedrigen Stufen zu befriedigen, bevor die nächsten Stufen Bedeutung erlangen.

Selbstverwirklichung
Soziale Anerkennung
Soziale Beziehungen
Sicherheit
Körperliche Bedürfnisse

Jetzt hatte ich diese Pyramide zwar schon gekannt. Aber ich habe sie im Zusammenhang mit dem Thema Erwachsen-Werden im Rahmen der Firmvorbereitung mit 18jährigen neu entdeckt.Ein Kind wird in der Regel für die untersten drei Stufen seiner Bedürfnisse von seinen Eltern versorgt. Es erhält Nahrung, ein Dach über dem Kopf, Sicherheit und familiäre Beziehungen. Auch die Schule hilft mit, ein Minimum an sozialen Beziehungen zu ermöglichen.

Ein/e Jugendliche/r, der an der Schwelle zum Erwachsen-Werden steht, wird in diesem Spiel «zurück zum Start» geschickt. Selbständig muss er/sie nun für Ernährung, Dach über dem Kopf und Sicherheit sorgen. Auch soziale Beziehungen müssen weitgehend neu geknüpft werden.

Erwachsen-Werden heisst zuerst einmal, alle Sicherheiten zu verlieren und neu für alle eigenen Bedürfnisse verantwortlich zu sein. Kein Wunder kommt es da zu Überforderung (z. B. Schulden machen) und Verweigerung (Suchtmittelmissbrauch oder gar Suizid). Wer will da schon erwachsen werden? Da erhält Firmvorbereitung als Be-Stärkung im Erwachsen-Werden, als Ort der Auseinandersetzung mit existentiellen Fragen plötzlich einen ganz neuen Wert!

Pfarreiblatt Zug Kolumne 07-47

15. August

Am 15. August feiern wir jeweils das jüngste Dogma der römisch-katholischen Kirche: 1950 wurde «die Aufnahme Mariens in den Himmel mit Leib und Seele» als förmliches Dogma verkündet.

Ein Dogma versucht, eine bleibende Wahrheit zu formulieren. Etwas, das für uns Menschen wichtig ist und bleibt. Seine Formulierung ist aber immer auch zeitbedingt. Sie sagt so viel darüber aus, wie das geschichtliche Umfeld und das Lebensgefühl der Menschen in jener Zeit war.

1950, fünf Jahre sind vergangen seit dem Ende des zweiten Weltkriegs; Millionen von Opfern gab es auf den Schlachtfeldern im Kriegsgeschehen; Millionen von Unschuldigen sind in der fabrikmässig organisierten Todesmaschinerie der KZ‘s umgekommen. Die Aufdeckung dieser verschiedenen Greueltaten am menschlichen Leben ist voll im Gang.

Unter dem Eindruck der Entwertung des menschlichen Lebens formuliert die Kirche das Dogma von der Aufnahme Mariens in den Himmel mit Leib und Seele. Ein Plädoyer für den Wert des ganzen Menschen, aus Seele und Leib.

An der besonderen Frau, die Maria für die Kirche seit jeher ist, wird etwas über alle Menschen ausgesagt: Maria, mit Leib und Seele in den Himmel, den göttlichen Bereich, aufgenommen, geht darin uns allen voran.

Uns ist ein Leben als ganze Menschen zugesagt. Nicht nur die Seele zählt. Auch der Leib ist es Wert, in den Himmel zu kommen.

Leib und Seele, d. h. das Leben, jedes Menschen, hat einen unveräusserlichen Wert und eine unverlierbare Würde.

Gott wird Mensch in einem gewöhnlichen Juden aus der Unterschicht im Palästina der Zeitenwende. Genau hier wird Gott sichtbar! Wer wir auch sind, woher wir auch kommen, Gott kann und will auch heute immer wieder Mensch werden bei uns und in uns.

Pfarreiblatt Zug Kolumne 07-32/33

Versuche über das KREUZZEICHEN

Zu beten mit den Gesten des grossen Kreuzzeichens

 

vater und mutter

gotteskind

heilige geistkraft

 

schöpferischer ursprung

menschliche nähe

gemeinschaftliche lebenskraft

 

getragen im glauben

bewegt von der hoffnung

aufgehoben in der liebe

 

lebenskraft

für gotteskinder

aus der be-geisterung

 

ausgerichtet auf den himmel

verwurzelt in der erde

verbunden mit der menschheit und allen geschöpfen

 

getragen vom leben

bewegt von der lebendigkeit

 

ein kopf

ein herz

und zwei hände soll mein glaube haben.

 

Versuchen Sie es auch mal, die «alten Worte» für sich zu neuem Leben zu erwecken!

Auch das ist Ostern: Auferweckung der Sprache des Glaubens zu neuem Leben.

 

Ich bin gespannt auf Ihre Ideen: roman.ambuehl@gmx.ch

Herzlich

Ihr Roman Ambühl

Pfarreiblatt Zug Kolumne 07-19

Gefunden?!

Gefunden?!

Mit einem Fragezeichen und mit einem Ausrufezeichen.

Gefunden?!

Was erhoffen Sie sich noch zu finden in Ihrem Leben?

Geht es Ihnen gut? – Was fehlt Ihnen zum Glück?

Suchen Sie überhaupt noch?

Wo müssen Sie Grenzen,
eigene oder diejenigen anderer, akzeptieren?

Wo stehen Sie sich selber im Weg?

Gefunden?!

Finden kann nur, wer sucht!

Suchen heisst, bekannte Sicherheiten hinter sich lassen.

Suchen heisst, sich auf Unbekanntes einzulassen.

Nehmen Sie sich doch (wieder) einmal Zeit,
für sich aufzuschreiben, was Sie noch suchen.
Und dann tauschen Sie mit einer Ihnen nahestehenden Person darüber aus.

Gefunden?!

Das Erste und Wichtigste,
das Sie auf dieser Suche finden können, sind Sie selber.

Stefan Zweig hat einmal geschrieben:

«Wer einmal sich selber gefunden hat,
der kann nichts auf dieser Welt mehr verlieren.»

Und wer nichts mehr verlieren kann,
die muss keine Angst haben.

Wer nichts verlieren kann, der kann Altes loslassen.

Wer nichts verlieren kann, die ist bereit für Neues.

Wer nichts verlieren kann,
der kann nur finden und etwas bekommen.

Wer nichts verlieren kann, die kann mit offenen Händen geben.

Wer nichts verlieren kann, der kann mit offenem Herzen auf andere zugehen.

Wer nichts verlieren kann, die kann vertrauen.

Wer nichts verlieren kann, der hat den Frieden gefunden.

Gefunden!

«Wer einmal sich selber gefunden hat,
der kann nichts auf dieser Welt mehr verlieren.»

Pfarreiblatt Zug Kolumne 07-5/6

Tu’, was du willst!

Tu’, was du willst!

Dieser Satz ist oft mit einem etwas resignierten Unterton als Schlusspunkt einer vergeblichen Überzeugungsarbeit zu hören: «Dann mach doch, was du willst.» Diesen Satz meine ich nicht.

Dieser Satz kann verstanden werden als Freipass für verantwortungslosen Egoismus, als Schlachtruf für eine falsch verstandene, scheinbar «absolute» Freiheit: «Mach was dir gerade einfällt!» Diesen Satz meine ich auch nicht.

Ich meine den Satz, der mir Kraft geben will, der mich auf mich selber zurückwirft und klare Fragen stellt: Was will ichdenn eigentlich? Was will ich eigentlich wirklichWill ich das wirklich, was ich tue? Ist es meine Überzeugung, die mein Handeln leitet?

Dieser Satz meint Verantwortung mit. Er ist in einem bestimmten Bewusstsein gesprochen. Im Bewusstsein, dass ich und dass jedes Ich eingebunden ist. Eingebunden in ein grösseres Ganzes. Teil einer Gemeinschaft, Teil eines Universums von denen ich in dem Sinn abhängig bin, dass es mich ohne das Ganze gar nicht gäbe.

Dieses Eingebundensein ist mir gleichzeitig auch Halt und gibt Sicherheit. Es ist letztlich der Grund meiner Freiheit. Erst, wenn ich tue, was ich wirklich will, gerade auch im Hinblick auf dieses grössere Ganze, lebe ich meine Freiheit.

Dieses «Tu’, was du willst» schafft Veränderung gerade durch die Treue zu mir selber. Denn «Veränderung geschieht, wenn jemand wird, was er ist, nicht wenn er versucht, etwas zu werden, das er nicht ist. Veränderung… findet statt, wenn man sich die Zeit nimmt und die Mühe macht, zu sein, was man ist; und das heisst, sich voll und ganz auf sein gegenwärtiges Sein einzulassen.» (Arnold R. Beisser)

Darum: «Sei, wer du bist und tu’, was du willst!»

Pfarreiblatt Zug Kolumne 06-46