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Zeit für ein ökologisches Pfingsten

Kolumne im Pfarreiblatt des Kantons Zug 20/21 – 2021

Petrus zitiert im Pfingstbericht (Apg2) den Profeten Joel: Gott will «Geistkraft ausgiessen auf alle Welt». 

Nur so erhalten wir (auch heute wieder) einen Blick für die Zukunft: Junge Leute schauen Visionen und Alte träumen Träume. Auch die Unterdrückten werden von der Geistkraft erfüllt, so dass sie prophetisch reden. Profetinnen und Profeten sind nicht Vorhersager:innen. Sie sind Hervorsager:innen (sagte einst Prof. Ivo Meyer). Sie weisen auf wichtige und brennende Fragen hin! Sie beharren darauf: Eine andere Welt ist möglich! Wandel ist notwendig! 

Pfingsten ist das Gegenbild zum Turmbau zu Babel: Statt übermütig ohne Ende in den Himmel zu wachsen und uns Menschen selber zu vergötzen, soll uns erdverbundene Bodenständigkeit bergen auf dem alle gemeinsam tragenden Planeten. Unser Mutter-Planet verdankt sein Leben einer Kraft, die alle und alles verbindet: Liebe – auch bekannt als Gott. 

Liebe und Verbundenheit heisst (nicht nur) im Pfingstbericht: Verstanden werden – Betroffen und gemeint sein – die Sprache der anderen verstehen – das alle Verbindende wahrnehmen – eine Vision für die Zukunft haben – egal wie alt du bist – über Generationen und auch soziale Grenzen hinweg – auch über die Grenzen der Arten und Lebensformen hinweg: Verbundenheit von Menschen, Tieren, Pflanzen, der Erde, allen Elementen – allem was ist. Pfingstlich wirkende Geistkraft!